Reinhard Mey Interpret Konzert
Reinhard Mey Interpret Konzert


Trilogie auf Frau Pohl

Text und Musik: Reinhard Mey

Lieder im Konzert Reinhard Mey Konzert


Trilogie


auf Frau Pohl


Text und Musik:

Reinhard Mey


Reinhard Mey Interpret Klemens Kopka spielt in seinem Konzert liebend gerne auch das Lied von Frau Pohl, der neugierigen Vermieterin der Studentenbude von Reinhard Mey.


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Trilogie auf Frau Pohl: Hymne auf Frau Pohl


Im Zimmer ist Mief,

Die Türe hängt schief,

Es zieht mörderlich durchs Fenster,

Und dann gibt's Gespenster,

Die nachts hier tanzen,

Und ein paar Wanzen I

n den zerschlissenen Betten.

Die Tapete ist nicht mehr zu retten.

Hat Risse schon an allen Enden,

Liegt allein an den schiefen Wänden.

Drei Dielen liegen noch im Zimmer,

Mit zwei'n wär' es weitaus schlimmer.

Dafür hat der Tisch nur zwei Beine –

Na ja, besser als keine.

Oh, du himmlisch gemütliche Wohnstatt

Für achtzig D-Mark im Monat,

Alles inklusive, außer der Liebe!

Denn Damenbesuch ist bei mir nicht drin,

Hier bestimmt eine keusche Vermieterin.

Auf Ihr Wohl! Alte, fette Frau Pohl!


Trilogie auf Frau Pohl: Gespräch mit Frau Pohl


Also, liebe Frau Pohl, nu komm'n Se mal rein,

Komm'n Se nich' an den Tisch, der hat nur noch ein Bein!

Sie meinen, es war einfach grauenvoll,

Was hier gestern abend passiert sein soll:

Sie sagen, ich hätte da drei Herrn zu Besuch,

Und aus meinem Zimmer drang Schnapsgeruch.

Dann hätten wir was über Sie gesungen,

Und dann hätt's wie zerschmetternde Möbel geklungen,

Als ob Schränke zerbersten und Fenster zerschellen!

Frau Pohl, das kann ich mir gar nicht vorstellen!


Sie sagen, dann seien wir zu Ihnen gekommen

Und hätten uns erst richtig danebenbenommen?

Sie sagen, Herr Ofen goss im Delirium

Drei Flaschen Korn ins Aquarium,

Herr Schobert habe, wie Sie sagen,

Die letzten Dielen aus meinem Zimmer getragen

Und habe damit, als es kühl ward zur Nacht,

Ein Feuerchen auf Ihrem Teppich gemacht,

Mit den Worten: „Ach, die Alte, die wird's schon erlauben!“

Frau Pohl, das kann ich gar nicht glauben.


Beim Abschied viel später, im Morgengraun,

Erlegte Herr Wader den Gartenzaun,

Und die anderen seien auch erst gewichen,

Nachdem sie Ihre Katze grün angestrichen!

Sie meinen, die Herren wären wohl nicht

So ganz der richtige Umgang für mich,

Bei meinem Mietrückstand und bei dem Schaden

Da sollt' ich sie heute abend nicht schon wieder einladen?

Na schön, ich will Ihnen nicht mehr böse sein,

Ich lad Sie auf ein Glas Alka Seltzer ein . . .

Auf Ihr Wohl, Hochverehrte Frau Pohl!


Trilogie auf Frau Pohl: Aussöhnung mit Frau Pohl


Es klopft an meiner Türe um Mitternacht:

Das hält meine Tür natürlich nicht aus und zerkracht –

„Komm'n Se rein, Frau Pohl,

Vorsicht bitte sehr!

Hier gibt's nämlich jetzt gar keine Dielen mehr,

Und man ist in diesen heiligen Hallen

Eh' man sich's versieht, durch den Fußboden gefallen.

Was bringt mir die Ehre Ihrer Visite?

Probier'n Sie's mal wieder wegen der Miete?

Nein! Wie Sie so von einem auf's andre Bein wanken,

Da ahn' ich's schon, Sie woll'n sich bei mir bedanken


Dafür, dass meine drei Freunde und ich

In Ihrer Abwesenheit fein säuberlich

Den Flurschaden und das Kleinholz wegräumten

Von unserer Feier! Sie glaubten, Sie träumten,

Als Sie die Betonmischmaschine fanden,

Wo gestern noch Ihre Rosen standen!

Herr Wader hat sich so geniert

Und darum Ihr Wohnzimmer neu zementiert;

Und zum Zeichen, wie sehr er die Bombe bedauert,

Hat er gleich noch zwei Wände dazu gemauert.


Die machen jetzt aus Ihrem Wohnzimmer drei!

Ein Tip unter Freunden: Vermieten Sie zwei!

Der Schnaps im Aquarium ist neutralisiert,

Ihr Fisch ist wieder nüchtern, und nur wenig lädiert;

Auch Ihre Katze können Sie jetzt wieder anfassen –

Wir haben sie chemisch reinigen lassen.

Aber um alles so schön zu gestalten,

Mussten wir uns an Ihren Sparstrumpf halten.

Doch nichts sollte Ihnen zu teuer sein

Für so ein gemütliches Eigenheim!

Auf Ihr Wohl, hochverehrte Frau Pohl!“ 




Trilogie auf Frau Pohl: Hymne auf Frau Pohl


Im Zimmer ist Mief,

Die Türe hängt schief,

Es zieht mörderlich durchs Fenster,

Und dann gibt's Gespenster,

Die nachts hier tanzen,

Und ein paar Wanzen I

n den zerschlissenen Betten.

Die Tapete ist nicht mehr zu retten.

Hat Risse schon an allen Enden,

Liegt allein an den schiefen Wänden.

Drei Dielen liegen noch im Zimmer,

Mit zwei'n wär' es weitaus schlimmer.

Dafür hat der Tisch nur zwei Beine –

Na ja, besser als keine.

Oh, du himmlisch gemütliche Wohnstatt

Für achtzig D-Mark im Monat,

Alles inklusive, außer der Liebe!

Denn Damenbesuch ist bei mir nicht drin,

Hier bestimmt eine keusche Vermieterin.

Auf Ihr Wohl! Alte, fette Frau Pohl!


Trilogie auf Frau Pohl: Gespräch mit Frau Pohl


Also, liebe Frau Pohl, nu komm'n Se mal rein,

Komm'n Se nich' an den Tisch, der hat nur noch ein Bein!

Sie meinen, es war einfach grauenvoll,

Was hier gestern abend passiert sein soll:

Sie sagen, ich hätte da drei Herrn zu Besuch,

Und aus meinem Zimmer drang Schnapsgeruch.

Dann hätten wir was über Sie gesungen,

Und dann hätt's wie zerschmetternde Möbel geklungen,

Als ob Schränke zerbersten und Fenster zerschellen!

Frau Pohl, das kann ich mir gar nicht vorstellen!


Sie sagen, dann seien wir zu Ihnen gekommen

Und hätten uns erst richtig danebenbenommen?

Sie sagen, Herr Ofen goss im Delirium

Drei Flaschen Korn ins Aquarium,

Herr Schobert habe, wie Sie sagen,

Die letzten Dielen aus meinem Zimmer getragen

Und habe damit, als es kühl ward zur Nacht,

Ein Feuerchen auf Ihrem Teppich gemacht,

Mit den Worten: „Ach, die Alte, die wird's schon erlauben!“

Frau Pohl, das kann ich gar nicht glauben.


Beim Abschied viel später, im Morgengraun,

Erlegte Herr Wader den Gartenzaun,

Und die anderen seien auch erst gewichen,

Nachdem sie Ihre Katze grün angestrichen!

Sie meinen, die Herren wären wohl nicht

So ganz der richtige Umgang für mich,

Bei meinem Mietrückstand und bei dem Schaden

Da sollt' ich sie heute abend nicht schon wieder einladen?

Na schön, ich will Ihnen nicht mehr böse sein,

Ich lad Sie auf ein Glas Alka Seltzer ein . . .

Auf Ihr Wohl, Hochverehrte Frau Pohl!


Trilogie auf Frau Pohl: Aussöhnung mit Frau Pohl


Es klopft an meiner Türe um Mitternacht:

Das hält meine Tür natürlich nicht aus und zerkracht –

„Komm'n Se rein, Frau Pohl,

Vorsicht bitte sehr!

Hier gibt's nämlich jetzt gar keine Dielen mehr,

Und man ist in diesen heiligen Hallen

Eh' man sich's versieht, durch den Fußboden gefallen.

Was bringt mir die Ehre Ihrer Visite?

Probier'n Sie's mal wieder wegen der Miete?

Nein! Wie Sie so von einem auf's andre Bein wanken,

Da ahn' ich's schon, Sie woll'n sich bei mir bedanken


Dafür, dass meine drei Freunde und ich

In Ihrer Abwesenheit fein säuberlich

Den Flurschaden und das Kleinholz wegräumten

Von unserer Feier! Sie glaubten, Sie träumten,

Als Sie die Betonmischmaschine fanden,

Wo gestern noch Ihre Rosen standen!

Herr Wader hat sich so geniert

Und darum Ihr Wohnzimmer neu zementiert;

Und zum Zeichen, wie sehr er die Bombe bedauert,

Hat er gleich noch zwei Wände dazu gemauert.


Die machen jetzt aus Ihrem Wohnzimmer drei!

Ein Tip unter Freunden: Vermieten Sie zwei!

Der Schnaps im Aquarium ist neutralisiert,

Ihr Fisch ist wieder nüchtern, und nur wenig lädiert;

Auch Ihre Katze können Sie jetzt wieder anfassen –

Wir haben sie chemisch reinigen lassen.

Aber um alles so schön zu gestalten,

Mussten wir uns an Ihren Sparstrumpf halten.

Doch nichts sollte Ihnen zu teuer sein

Für so ein gemütliches Eigenheim!

Auf Ihr Wohl, hochverehrte Frau Pohl!“ 

Lieder im Konzert Reinhard Mey Tribute Konzert


Gute Nacht


Freunde


Text und Musik:

Reinhard Mey